Ich bin sowas von müde.
Von dem- wehtun, Schmerzen.
Von Schmerzen außen, wie elendige Bauchschmerzen und Schmerzen innen, die ich nicht greifen kann, die man nicht behandeln kann, weil man sie nicht sehen kann.
Ich hatte gestern einen, keine Ahnung, ja schon schrecklichen Traum. Weil da ganz viel Streit war und ganz viel Gewalt und eine Person, die da nicht reingehört in diesen Streitstrudel. Die gerade überhaupt nicht in meine Träume reingehört oder in zu viele meiner Gedanken, weil da irgendwo Distanz entstehen muss.
Ich muss mein Leben endlich mal wieder auf Reihe kriegen. Ein Vorsatz, den man hundert Mal sagen und wispern kann zum neuen Jahr, keiner wird die Gewissheit mir geben, inwiefern das nur ansatzweise geht.
Manchmal würde ich gerne ganz viel Glasfolie nehmen. Folie, die sich wickeln und knittern lässt, bis man möchte, dass sie Glas ist. Ich will die Glasfolie nehmen und mich in mein Bett verkriechen. Viele Decken. Wärme und Schutz. Und es ist warm und schützend unter den Decken. Darüber spannt sich dann die Glasfolie, wie eine große weite Kuppel. Genug Luft zum Atmen ist da, ich werde nicht ersticken. Ich kauere nur in mir, ganz klein, bis da nur noch der Körper liegt und ich über dem ganzen schwebe. Meine Gedanken werden treiben und davon gleiten und frei sein. Und mein Körper wird gesund werden und ich werde einen neuen Zugang zu dem Körper finden, den ich nicht mehr als hässlich und abstoßend empfinden werde hoffentlich. Einen Körper, den ich akzeptieren kann. Einige Gedanken werde ich hinter mir lassen, die werden wegfliegen und leicht sein und nicht mehr wie schwere Gewichte auf meinem Brustkorb liegen und mir die Luft nehmen. Dann unter der Kuppel liegen in einer eigenen Welt. Wärme und Schutz und Geborgenheit.
Freiheit mit einem ruhigen Herzschlag, der nicht ins panische abhaut, sondern ein Herz, das schlägt und schlägt und ganz ruhig da ist und man fühlt, dass es einen gibt. Dass es mich gibt.
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Dienstag, 27. Dezember 2011
Nur noch ein paar Tage
Und dann bin ich nicht mehr hier.
Weg von meiner Schwester, was ich sehr bedaure. Sie fehlt mir.
Weg von meiner Mutter, mit der ich endlich mal besser umgehen kann.
Weg von meinem Vater. Na endlich.
Und von der ganzen Atmosphäre hier.
Mehr sag ich nun nicht, ich freue mich nur, wenn ich wieder unten bin, in meiner Wohnung.
Edit:
Einen Ohrwurm werde ich nicht mehr los-
Laith al-deen - Dein Lied.
ich mag das gerade sehr.
Weg von meiner Schwester, was ich sehr bedaure. Sie fehlt mir.
Weg von meiner Mutter, mit der ich endlich mal besser umgehen kann.
Weg von meinem Vater. Na endlich.
Und von der ganzen Atmosphäre hier.
Mehr sag ich nun nicht, ich freue mich nur, wenn ich wieder unten bin, in meiner Wohnung.
Edit:
Einen Ohrwurm werde ich nicht mehr los-
Laith al-deen - Dein Lied.
ich mag das gerade sehr.
Samstag, 24. Dezember 2011
Schuld
Es ist abends, meine Mutter kommt gerade nach Hause, sie hat Dienst- sicherlich fährt sie diese Nacht nochmal rein. Gleich wird sie die Tür aufmachen und mir gute Nacht sagen oder ein "mach nicht zu lange" je nachdem.
Es ist etwas fremd hier zu sein. Die einzigen, die wirklich auf mich angewiesen sind, sind meine Fische und meine Pflanzen. Es gießt keiner wirklich, es kümmert keinen, dass der eine Filter nicht mehr richtig läuft oder dass der Wasserstand viel zu niedrig ist. Von den Algen, die sich in ein neues Aquarium eingenistet haben- ganz zu schweigen. Das macht mich sauer, das Aquarium war niegelnagelneu und komplett fertig eingerichtet. Mit das letzte, was ich getan habe vor meinem Auszug. Meinen Fischen soll es gut gehen, wo ich sie schon nicht mitnehmen kann. Ist es zu viel erwartet, einmal in der Woche die Pflanzen zu begutachten und die, die nicht gesund aussehen, rauszunehmen, damit gerade sowas nicht passiert? Algen -.-
Morgen ist Heilig Abend, ich sollte lieber an anderes denken zum Beispiel an das Geschenk für meine Schwester, was noch nicht eingepackt ist. Doch vermisse ich im Moment das Kleinsein und hier leben. Meine Schwester morgens und abends, in der Schule oder sonst wo sehen, ein paar Sätze tauschen, mit ihr kochen und dabei lautstark und schief alle Lieder im Radio mitsingen, sie von A nach B fahren, ihr bei den Hausaufgaben helfen oder einfach im Bett rumgammeln und lesen, während sie Musik hört, am Laptop arbeitet oder schläft. Diese Nähe zu ihr. Aber sie ist erwachsen, erwachsender und vernünftiger als ich wahrscheinlich auch. Sie ist nicht mehr so angewiesen auf mich.
Ich will wieder hier sein und meine Freunde sehen, immer mit ihnen reden können. Ich will wieder zum Sport gehen und meine gewohnten Übungen machen.
Nur richtig wohnen will ich nicht. Kann, soll ich gar nicht. Der Abstand tut mir besser. Zu meinen Eltern und alldem.
Lernen, dass sie keine Macht mehr haben, dass sie mir nicht mehr weh tun können, dass ich entscheiden kann, was ich mag und nicht was ich in ihren Augen muss. Die Beratungsfrau vergleicht mich mit Frauen, die unter ihren Männern leiden, häusliche Gewalt. Sie hat viel damit zu tun, ich habe noch keinen gesehen, der in meinem Alter war, nur ältere oder Kinder, die aber nicht bei ihr sind, sondern bei der Erziehungshilfe dort im Gebäude. Sie sagt, das ist Gewohnheit. Das kleine Kind, was sich nicht traut, was unter den Eltern leidet und alles macht, was verlangt wird, weil das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle es sonst umbringen vor Gedankenqualen. Ich soll den Schritt daraus machen, aber weiß nicht wie.
Woher soll ich wissen, welches der richtige Weg ist oder zumindest welcher in die richtige Richtung geht? Entscheidungen treffen und ob es nur die Entscheidung ist, in welcher Bankreihe ich im Hörsaal sitzen will- schwer. Manchmal unmöglich.
Sie sagt weiter, dass wenn ich nichts ändere, es später vielleicht oder nein wahrscheinlich so ist, dass ich eine Ehe führen werde, falls ich je heiraten sollte, in der Gewalt auch vorherrscht. Denn ich kenne schließlich nichts anderes. Da habe ich ihr widersprochen, meine Mutter kann auch lieb sein und nett und mein Vater hatte auch Tage, an denen ich ihn nicht sehen muss, weil er viel Zeit auf der Arbeit oder sonst wo verbringt.
Und die Gegenfrage von ihr- "Und wann haben Sie bitte immer Angst gehabt? Oder anders, wann haben sie in den Momenten keine Angst gehabt?" gekonnt ignoriert.
Das Kind hat Schuld.
Ein schwerer Weg, zu sehen, dass es vielleicht nicht so ist.
Sie hat übrigens gute Nacht gesagt und noch einen der wirklich blöden Sätze geäußert, als sie gesehen hat, dass ich bereits im Bett liege und trotzdem auf dem Laptop noch tippe- "Davon kriegt man Öckenaugen (=Eckenaugen; eckige Augen)".
Es ist etwas fremd hier zu sein. Die einzigen, die wirklich auf mich angewiesen sind, sind meine Fische und meine Pflanzen. Es gießt keiner wirklich, es kümmert keinen, dass der eine Filter nicht mehr richtig läuft oder dass der Wasserstand viel zu niedrig ist. Von den Algen, die sich in ein neues Aquarium eingenistet haben- ganz zu schweigen. Das macht mich sauer, das Aquarium war niegelnagelneu und komplett fertig eingerichtet. Mit das letzte, was ich getan habe vor meinem Auszug. Meinen Fischen soll es gut gehen, wo ich sie schon nicht mitnehmen kann. Ist es zu viel erwartet, einmal in der Woche die Pflanzen zu begutachten und die, die nicht gesund aussehen, rauszunehmen, damit gerade sowas nicht passiert? Algen -.-
Morgen ist Heilig Abend, ich sollte lieber an anderes denken zum Beispiel an das Geschenk für meine Schwester, was noch nicht eingepackt ist. Doch vermisse ich im Moment das Kleinsein und hier leben. Meine Schwester morgens und abends, in der Schule oder sonst wo sehen, ein paar Sätze tauschen, mit ihr kochen und dabei lautstark und schief alle Lieder im Radio mitsingen, sie von A nach B fahren, ihr bei den Hausaufgaben helfen oder einfach im Bett rumgammeln und lesen, während sie Musik hört, am Laptop arbeitet oder schläft. Diese Nähe zu ihr. Aber sie ist erwachsen, erwachsender und vernünftiger als ich wahrscheinlich auch. Sie ist nicht mehr so angewiesen auf mich.
Ich will wieder hier sein und meine Freunde sehen, immer mit ihnen reden können. Ich will wieder zum Sport gehen und meine gewohnten Übungen machen.
Nur richtig wohnen will ich nicht. Kann, soll ich gar nicht. Der Abstand tut mir besser. Zu meinen Eltern und alldem.
Lernen, dass sie keine Macht mehr haben, dass sie mir nicht mehr weh tun können, dass ich entscheiden kann, was ich mag und nicht was ich in ihren Augen muss. Die Beratungsfrau vergleicht mich mit Frauen, die unter ihren Männern leiden, häusliche Gewalt. Sie hat viel damit zu tun, ich habe noch keinen gesehen, der in meinem Alter war, nur ältere oder Kinder, die aber nicht bei ihr sind, sondern bei der Erziehungshilfe dort im Gebäude. Sie sagt, das ist Gewohnheit. Das kleine Kind, was sich nicht traut, was unter den Eltern leidet und alles macht, was verlangt wird, weil das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle es sonst umbringen vor Gedankenqualen. Ich soll den Schritt daraus machen, aber weiß nicht wie.
Woher soll ich wissen, welches der richtige Weg ist oder zumindest welcher in die richtige Richtung geht? Entscheidungen treffen und ob es nur die Entscheidung ist, in welcher Bankreihe ich im Hörsaal sitzen will- schwer. Manchmal unmöglich.
Sie sagt weiter, dass wenn ich nichts ändere, es später vielleicht oder nein wahrscheinlich so ist, dass ich eine Ehe führen werde, falls ich je heiraten sollte, in der Gewalt auch vorherrscht. Denn ich kenne schließlich nichts anderes. Da habe ich ihr widersprochen, meine Mutter kann auch lieb sein und nett und mein Vater hatte auch Tage, an denen ich ihn nicht sehen muss, weil er viel Zeit auf der Arbeit oder sonst wo verbringt.
Und die Gegenfrage von ihr- "Und wann haben Sie bitte immer Angst gehabt? Oder anders, wann haben sie in den Momenten keine Angst gehabt?" gekonnt ignoriert.
Das Kind hat Schuld.
Ein schwerer Weg, zu sehen, dass es vielleicht nicht so ist.
Sie hat übrigens gute Nacht gesagt und noch einen der wirklich blöden Sätze geäußert, als sie gesehen hat, dass ich bereits im Bett liege und trotzdem auf dem Laptop noch tippe- "Davon kriegt man Öckenaugen (=Eckenaugen; eckige Augen)".
Mittwoch, 21. Dezember 2011
«Zuhause ist
wo man Freunde hat. Zuhause bist du nie allein.»
(Bolt - Ein Hund für alle Fälle)
Da fahre ich hin, in mein anderes zuhause, hier ist zuhause und da ist zuhause, weil ich an beiden Orten Freunde habe. Leute zum Reden, Lachen, Spielen, Rumalbern.
Endlich mal nicht mehr über Telefon oder Internet verbunden sein, endlich wirklich richtig wieder miteinander anstoßen, jemanden in die Seite buffen oder wen kitzeln. Wie sehr ich das vermisse, es zieht mich nach Hause.
Sehr sehr.
Weg hier. Ein wenig Ruhe haben, die Weihnachtstage sind heilig, keine Uni, nichts störendes dazwischen rumhängen.
Abwaschen, Müll rausbringen, Wohnung ein wenig sauber hinter lassen.
Nun den Lavendel-Kamille Tee austrinken und dann mit dem Buch in die Bettdecke kriechen, voller Vorfreude und kleiner Schmetterlinge nicht schlafen können und dann Musik hörend eindämmern. Vorfreude wie ein kleines Kind auf Weihnachten, mann ist das toll- endlich wieder morgens nicht alleine sein, wenn man aufwacht, sondern rüber ins Zimmer der Schwester schleichen zu können und sie dann je nach Laune aus dem Bett werfen oder zum Frühstück schleppen, nach einem langen Gespräch oder schlaftrunken gemurmelten Sätzen.
Das ist nun sogar das Lächeln gerade wert, diese Freude.
Mein Zuhause mit Herz
(Bolt - Ein Hund für alle Fälle)
Da fahre ich hin, in mein anderes zuhause, hier ist zuhause und da ist zuhause, weil ich an beiden Orten Freunde habe. Leute zum Reden, Lachen, Spielen, Rumalbern.
Endlich mal nicht mehr über Telefon oder Internet verbunden sein, endlich wirklich richtig wieder miteinander anstoßen, jemanden in die Seite buffen oder wen kitzeln. Wie sehr ich das vermisse, es zieht mich nach Hause.
Sehr sehr.
Weg hier. Ein wenig Ruhe haben, die Weihnachtstage sind heilig, keine Uni, nichts störendes dazwischen rumhängen.
Abwaschen, Müll rausbringen, Wohnung ein wenig sauber hinter lassen.
Nun den Lavendel-Kamille Tee austrinken und dann mit dem Buch in die Bettdecke kriechen, voller Vorfreude und kleiner Schmetterlinge nicht schlafen können und dann Musik hörend eindämmern. Vorfreude wie ein kleines Kind auf Weihnachten, mann ist das toll- endlich wieder morgens nicht alleine sein, wenn man aufwacht, sondern rüber ins Zimmer der Schwester schleichen zu können und sie dann je nach Laune aus dem Bett werfen oder zum Frühstück schleppen, nach einem langen Gespräch oder schlaftrunken gemurmelten Sätzen.
Das ist nun sogar das Lächeln gerade wert, diese Freude.
Mein Zuhause mit Herz
Freitag, 16. Dezember 2011
Erfolgreich gescheitert
Schwimmen
Mag ich eigentlich gar nicht.
Das Zeigen vor den Leuten.
Die Blicke.
Der eigene hässliche Körper.
Nunja, schwimmen war ich trotzdem. Ich habe die Zeit durchgehalten, die ich sollte und dann noch mehr, als ich sollte. Pause wird überbewertet, scheiß auf schmerzende Finger. Ich halte durch, und siehe da, es geht doch. Das kann ich. Durchhalten. Weil ich das wollte.
Irgendwann spürt man das einfach nicht mehr. Nur, wenn man sich verschluckt, brennt es ein wenig, aber alles andere ist gefühllos. Irgendwie genau das Gegenteil von dem, was es erreichen sollte.
Aktion- Schneiden ausweichen.
Erfolgreich gescheitert.
Vor Weihnachten halte ich mich zurück, ich fahre nach Hause, keine Lust, dass jemand die ganzen neuen Narben und Wunden sieht, also heilen lassen und Nägel kürzen. Auf das rosa Nagelbett abfeilen, wenn da Blut kommt, gut. Beruhigend irgendwie.
Ich weiß, dass ich eine Weile nicht geschrieben habe, aber die Woche war turbulent und irgendwie wird das, was auf meinem Abarbeiten-Zettel steht nicht weniger. Aber immerhin auch nicht mehr.
Das Paket muss raus, die Briefe. Wenigstens kommt eine Antwort von meiner Lehrerin zurück, ich soll mir keine Sorgen machen, hat sie mir durch meine Schwester mitteilen lassen. Das ist lieb von ihr, es tut gut, zu wissen, dass sie noch da ist.
Bald ist Weihnachten, daran klammere ich mich. Freue mich auf zu Hause und habe unglaubliche Angst davor. Mal sehen, wie es wird.
Mag ich eigentlich gar nicht.
Das Zeigen vor den Leuten.
Die Blicke.
Der eigene hässliche Körper.
Nunja, schwimmen war ich trotzdem. Ich habe die Zeit durchgehalten, die ich sollte und dann noch mehr, als ich sollte. Pause wird überbewertet, scheiß auf schmerzende Finger. Ich halte durch, und siehe da, es geht doch. Das kann ich. Durchhalten. Weil ich das wollte.
Irgendwann spürt man das einfach nicht mehr. Nur, wenn man sich verschluckt, brennt es ein wenig, aber alles andere ist gefühllos. Irgendwie genau das Gegenteil von dem, was es erreichen sollte.
Aktion- Schneiden ausweichen.
Erfolgreich gescheitert.
Vor Weihnachten halte ich mich zurück, ich fahre nach Hause, keine Lust, dass jemand die ganzen neuen Narben und Wunden sieht, also heilen lassen und Nägel kürzen. Auf das rosa Nagelbett abfeilen, wenn da Blut kommt, gut. Beruhigend irgendwie.
Ich weiß, dass ich eine Weile nicht geschrieben habe, aber die Woche war turbulent und irgendwie wird das, was auf meinem Abarbeiten-Zettel steht nicht weniger. Aber immerhin auch nicht mehr.
Das Paket muss raus, die Briefe. Wenigstens kommt eine Antwort von meiner Lehrerin zurück, ich soll mir keine Sorgen machen, hat sie mir durch meine Schwester mitteilen lassen. Das ist lieb von ihr, es tut gut, zu wissen, dass sie noch da ist.
Bald ist Weihnachten, daran klammere ich mich. Freue mich auf zu Hause und habe unglaubliche Angst davor. Mal sehen, wie es wird.