Happiness does not wait

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Donnerstag, 25. August 2011

Gartenblühen

Mit Musik auf den Ohren, dem Laptop vor der Nase sitze ich im Moment draußen am Gartentisch. Das Wetter ist fantastisch. Warm, sonnig. So schön.
Das Gras ist noch nass unter den Füßen. Die Sonnenblumen richten sich schon zur Sonne hin und die Vögel und Insekten zwitschern und zirpen. Hachja. Die Bachstelze rupft aus  dem Boden irgendwas, was Richtung Wurm aussieht, der hatte heute kein Glück. Es ist nicht mal windig. Ich liebe das Wetter heute.
Ich packe einfach mal ein Bild rein von unserem Garten im Sommer, ist aber schon ein bisschen älter.


Die Rutsche gibt es inzwischen nicht mehr, der Rest sieht aber noch genauso aus. Ich weiß nicht so recht, was ich heute mit dem Tag anfangen soll. Vielleicht finde ich jemanden, der sich mit mir die Schlümpfe anschaut. Mein Kinderfilm-Gen werde ich nie mehr los. 

Obwohl ich gerade das Wetter echt genieße und es mir gut geht, bin ich gleichzeitig nachdenklich und fast ein bisschen traurig. Ich finde, man kann beides gemeinsam fühlen. 
 
Heute morgen hat mir meine Freundin sehr sehr schöne Worte geschenkt: «Du bist mein persönlicher Engel auf Erden»
Für diese Worte und diese Freundschaft bin ich immer wieder dankbar. Wohin das Leben uns auch trägt, mit dir mag ich noch lange zusammen den Weg gehen, Le.li!

Mittwoch, 24. August 2011

Realität oder so

Nicht träumen, nicht hoffen, einfach mal nichts. Das wäre gut.

Realität: Als Realität (lat. realitas, von res „Ding“) wird im allgemeinen Sprachgebrauch die Gesamtheit des Realen bezeichnet. Als "real" wird zum einen etwas bezeichnet, das keine Illusion ist, und nicht von den Wünschen oder Überzeugungen eines Einzelnen abhängig ist. (Quelle: Wikipedia, Stichwort Realität, Stand 24.08.11 21:09)

Ich bestelle jetzt gleich die Vorhänge, das ist nun Realität.
Der Rest ist nun Wunsch oder Traum. Nur nicht real. Aber immerhin bin ich mir meiner realen Wünsche und Träume sicher.
Mein Herz darf den Rest jetzt noch kapieren, dann kann das Jahrhundertexperiment ja starten: Zurück in die reine Realität, das was stattfindet. Wir hören auf zu träumen.

Der (kurze) Post ist absichtlich nicht für Kommentare zugelassen, darauf will ich bewusst keine haben. 

Dienstag, 23. August 2011

Die Verdrängungsstrategie

Jetzt habe ich noch ein paar winzige Minuten, in denen ich fix hier etwas schreiben kann, bevor es mich in die Horizontale verschlägt.

Ich bin immatrikuliert. Gerade eben kam die Mail, die Antwort auf den Briefumschlag, den ich Samstag so schön in den Postkasten der Uni gequetscht habe. Man hört quasi, wie einem wieder 300 kleine Steinchen vom Herzen purzeln. Ich freue mich.
Freude.
Ich freue mich, weil ich eingeschrieben bin und ich nun umziehen und studieren darf. Ich freue mich, weil ich auch sehe, dass sich meine Mutter mit mir freut. Endlich hat sie mal nichts einzuwenden. Ich freue mich, weil ich die Stadt, Uni und die Wohnung schön finde. Ich freue mich, dass ich wirklich das machen werde, was ich will.
Und auf der anderen Seite steht etwas anderes.
Traurigkeit.
Ich bin traurig, weil ich wegziehe von meiner Schwester, von meinen zwei besten Freundinnen, von den ganzen anderen lieben Personen, die hier oder in der Nähe wohnen und sich in meinem Herzen eingenistet haben, weil ich sie gern mag und lieb habe, weil ich gerne mit ihnen rede oder lache. Ich bin traurig, weil so viele andere Leute dann außer Reichweite sind, weil sie selber wegziehen. Ich bin traurig, weil ich nicht mehr zum Training hier gehen kann und die kleinen Mäuse vermissen werde, die mich bei Leichtathletik mit Gras bewerfen oder mich durchkitzeln. Ich bin traurig, weil ich nicht mehr mit meinem Tanzpartner tanzen kann nach so vielen Jahren. Ich bin traurig, weil ich nicht mehr meine Schule regelmäßig sehe und meine Lehrerin und die Caftamama, von der ich quasi adoptiert bin. Ich bin traurig, weil ich meine Fische hier lassen muss.

4 oder 5 Stunden habe ich noch bei meiner Therapeutin, in Bayreuth müsste ich wieder neu anfangen. Wenn ich überhaupt eine mache. Ich bilde mir oft ein, dass ich keine brauche. Es macht mich auch irgendwie traurig. Es ist zwar der Job dieser Frau und richtig richtig warm bin ich mit ihr nicht ganz geworden, aber wir waren auf einem guten Weg.

Vor kurzem hat eine gute Freundin zu mir gesagt, dass es wichtig ist, dass ich in der Therapie darüber rede. Über diese Traurigkeit. Aber das will ich nicht. Ich will nicht vor Frau Therapeutin sitzen und weinen. Das habe ich am Anfang einmal gebracht und das mag ich nicht nochmal. Ich fahre lieber die Verdrängungsstrategie. So wie beim Abi, als ich mir nicht anhören wollte, wann es soweit ist und wie viele normale Stunden ich noch Unterricht habe.
Ich mag keine Veränderungen, die so krass sind, indem sie deutlich abgrenzen zwischen Alt und Neu. Die mit dem Alten brechen, sodass sich das Neue unaufhaltsam in den Vordergrund drängt. Ich verdränge lieber artig und weiß eigentlich nebenbei, dass das auch nicht das Wahre ist. Aber ich möchte nicht trauern. Ich möchte froh sein und fröhlich. Ein Grund, warum ich nicht ein Fan von Abschiedspartys bin. Das macht traurig. Es ist schließlich kein toller Grund,  das auch noch zu feiern, oder?

Samstag, 20. August 2011

Hauch der Zukunft

Meine liebe, kleine Zukunft- so nahe schon im Oktober.

Ich war heute in der Stadt, für die ich mich entschieden habe. Studieren.
Sehr früh morgens bin ich heute aufgestanden und  mit meinen Eltern dahin gefahren. Immerhin streiten sie im Auto nicht. Sie streiten allgemein weniger. Zum Glück. Meine Einschreibungsunterlagen habe ich persönlich vorbei gebracht. Die Uni ist sehr übersichtlich, klein, aber die Institute machen einen guten Eindruck.
Besonders freue ich mich aber über die Wohnung, das Appartement. Dadurch, dass es neu ist, gibt es keinerlei Gebrauchsspuren, ich darf selber aussuchen, was ich für Gardinen möchte, wie ich es anrangiere, wie ich die Wände haben möchte. Meine Eltern reden zwar immer und immer wieder, nur sie helfen mir echt. Es wird schwer für meine Eltern. Wir Kinder sind immer da, waren immer da. Immer ein Puffer, der nochmal Ärger abfängt, wenn es zwischen denen total kracht. Wenn man seine Aggressionen loswerden möchte, schreit man uns an oder mehr. Hoffentlich hat es irgendwann ein Ende, vielleicht inzwischen schon. Es ist ruhiger. Meine Schwester ist sehr stark, sie wird das hier schaffen, wenn ich nicht mehr hier bin. Ich glaube an sie, sie hat einen kraftvollen Charakter und ist viel lebenssicherer. Meine Kleine.
Ihr hätte es auch gefallen, was wir heute alles gesehen haben. Die Innenstadt- meine größte Befürchtung, dass alles viel kleiner ist als hier, hat sich nicht bewahrheitet. Die Fußgängerzone, die Geschäfte, die alten Häuser, das große Einkaufscenter- sehr sehr schön. Ich freue mich auf Oktober, auf die Zeit, da an zufangen. Neue Leute kennen zu lernen, mal eine ganz andere Perspektive zu sehen. Weiter zu gehen.
Den Weg. Darauf freue ich mich im Moment von Herzen. Auf die Zunkunft. Auf das Leben.

Mittwoch, 17. August 2011

Hallo Jule, ich lebe noch 2.0

Diese Reportage schaue ich oft, wie ich einige Reportagen gerne schaue. Vielleicht der Ersatz für die Bücher mit diesen Themen, die ich nicht oder wenig lese im Moment.
Ich weiß nicht, warum es diese Reportage ist- nur ich finde sie sehr gut zum Nachdenken.
Inzwischen weine ich nicht mehr dabei so wie am Anfang. Vielleicht eine kleine Distanz, die es mir ermöglicht, mich nicht mehr so runterziehen zu lassen.
Ein Gedanke, der mich immer wieder und wieder beschäftigt- ich hätte nicht die Kraft, mir das Leben zu nehmen. Die bringe ich gar nicht auf. Dann und wann mir selber weh zu tun, ja. Nur über's Ritzen geht das bei mir nicht hinaus.
Da bin ich mir im Moment sicher, ich habe gar keine Lust, den Menschen, um mich rum weh zu tun; oder dass sie anfangen, die Fehler bei sich zu suchen; oder trauern; oder total aus der Bahn geraten. Ja, es ist nicht nur eine Frage von sowas. Nur, wenn mich jemand abhalten kann, dann mein Schwesterherz. Wie soll meine Kleine das schaffen? Sie ist stark, aber so stark?

Ich finde das so schön, dass es Anna in der Reportage besser geht.
Sich für das Leben entscheiden.
Das wünsche ich mir so sehr für einige Menschen. Und für eine Person im Moment ganz ganz besonders.